Gendern für den Weltfrieden!

Ich halte nichts davon, wenn Frauen immer darauf bestehen, dass sie Informatikerinnen oder Steuerberaterinnen sind. Dies soll nicht heißen, dass ich dafür plädiere, alle Berufs- und sonstige Bezeichnungen grundsätzlich mit der Männlichen Form enden zu lassen. Die Sache ist nämlich sehr viel komplizierter als das.

„Wir suchen neue MitarbeiterInnen im Vertrieb“
„Für unsere Zahnarztpraxis suchen wir ab sofort eine/n freundliche/n PraxishelferIn
Oder schlimmer noch: „Das Problem lieg in ihrem Motorinnenraum.“ (Was sind bitte Motorinnen?)

Die Deutsche Sprache ist nicht dazu gemacht, Geschlechter gleich zu behandeln. Wir haben keine, oder kaum Möglichkeiten, Geschlechtsneutral zu bezeichnen, womit sich eine Person befasst. Meines Erachtens nach ist der Weg zur Gleichberechtigung nicht der, darauf zu Pochen, dass die Weibliche Form in jedem Fall Teil der Bezeichnung ist. Wir sollten – und dafür plädiere ich schon seit einiger Zeit – einen Weg finden, Formen zu Bilden, die neutral sind.

„Wir suchen neue Mitarbeiterie im Vertrieb“
„Für unsere Zahnarztpraxis suchen wir ab sofort ein freundliches Praxishelferum
Und plötzlich ist das Problem in meinem Motorinnenraum von jeglicher Gleichberechtigungsdebatte befreit.

Dies ist Ungewohnt. Es ist fremd. Es ist falsch. Doch will man sich die Historie ansehen, war es Jahrhunderte lang falsch der Frau ein Recht auf Mitsprache zu geben oder sie Arbeiten zu lassen. Es gab einen Punkt an dem es falsch war eine Frau am politischen Geschehen teil haben zu lassen, oder einen Rock tragen zu lassen der über dem Knie endet. Seit dem haben wir einen langen Weg zurückgelegt, doch das Ende dieser Reise ist noch nicht in Sicht. Ich möchte im Berufsleben nicht durch jedes einzelne „in“ am ende von Worten darauf hingewiesen werden, dass ich Brüste habe und Mann versucht auf eben jene Brüste Rücksicht zu nehmen. Ich bin in einer Generation aufgewachsen in der mir beigebracht wurde für meine Rechte zu kämpfen und mein Geschlecht immer und immer wieder mit dem Gegengeschlecht auf eine Stufe zu zwängen. Ich würde viel mehr in einer Welt leben wollen, wo die sächliche Wortendung mir sagt, dass die Penisträger in meinem Umfeld sich auf einer Stufe mit Brüstehabern sehen, als die weibliche Wortendung zu sehen, welche mich lediglich darauf hinweist, dass die Penisträger den Brüstehabern das Recht einräumen im gleichen Sandkasten zu sitzen.