Rechthaberei

Ich habe gerne recht. Es ist so einfach recht zu haben, wenn man die Fakten kennt. Recht haben und recht bekommen sind jedoch unterschiedliche Dinge. Also diskutiere ich häufig bis mein gegenüber vor Ermüdung aufgibt. Habe ich dann immer noch recht? Oder habe ich jemanden erfolgreich davon überzeugt, ein bestimmtes Thema in meiner Gegenwart zu meiden? Fast immer ist es letzteres. Und letztlich ist es dann auch egal recht zu haben, denn an dem Punkt geht es nicht länger darum, was man sagt. Die Unterhaltung wurde zur Diskussion wurde zum Spiel. Und das Spiel ist wie dazu gemacht Menschen zu entfremden. Gewinnen kann man es letztlich nicht. Jeder der Beteiligten fühlt sich als Gewinner und unterm Strich haben sie alle verloren. Das unermüdliche auf sein Recht beharren führt dazu, dass alle genervt sind inklusive einen selbst. Man fühlt sich danach nicht besser. Nicht schlechter. Nicht erfolgreicher oder attraktiver. Nicht mehr oder weniger im Recht als man vorher war. Und trotzdem lasse ich mich immer wieder darauf ein.