Stück für Stück

Stück für Stück, so langsam wie es nur geht. Blatt für Blatt, pflücke ich dein Herz auseinander. Ich seh dort hinein, wo deine geheimsten Wünsche wohnen. Streichel über deine Träume. Fasse sanft deine Hoffnung an. Du zuckst nicht einmal. Ich küsse deine Sehnsucht. Ich halte dein Verlangen in meinen Armen und doch komme ich nicht wirklich an dich ran. Du bist kalt, als wärst du aus Stein. Und ich bin Luft. Du fällst durch mich hindurch und spürst mich kaum.

Ich will dich schmecken. Das Salz aus deinen Wunden lecken, ich will dich haben. Einen Teil deiner Gedanken besetzen. Die Welt durch deine Augen sehen. Dich besser verstehen, ich will dich fühlen. Die Hitze deiner Finger spühren. Mich verbrennen. Dich mit meinem Feuer versengen. Die Welt in Flammen sehen.

Stück für Stück, so langsam ich es nur wagen kann. Schritt für Schritt, ziehe ich mich zurück. Du bist umschwärmt und sicher merkst du es kaum. Ich fühle wie ich aus deiner Welt schwinde, doch plötzlich siehst du mich an. Dein Mund formt ein Lächeln, deine grünen Augen strahlen mich an. Das Kupfer deiner Haare schmiltzt auf meinen Schultern, wärend du mir so nahe bist, als ob wir schon immer Eins waren.